Hypatia ProgrammHypatia von Alexandrien

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hypatia von Alexandrien (ca. 370 - 415)

Hypatia war eine berühmte Mathematikerin und Philosophin, die in Alexandria lebte, einem Zentrum der Wissenschaft in der antiken Welt. Sie gehört zu den wenigen Wissenschaftlerinnen, die in fast allen Geschichtswerken der Naturwissenschaften erwähnt werden.

Hypatia von Alexandrien war die Tochter des Mathematikers und Astronomen Theon von Alexandrien und die Schwester des Mathematikers Epiphanios. Sie wurde von ihrem Vater unterrichtet, der dem alexandrinischen Museion, der berühmtesten 'Hochschule' der Antike, angehörte. Ihre philosophische Bildung erhielt sie im Museion und wahrscheinlich in der neuplatonischen Schule von Alexandrien, deren Vorsteherin sie später war.
Ihre Lehrtätigkeit umfasste das gesamte Gebiet der Philosophie im damaligen Verständnis, also neben der Philosophie im engeren Sinne auch Mathematik, Mechanik und Astronomie.

Die meisten ihrer wissenschaftlichen Werke sind verschollen. Bekannt ist jedoch, dass Hypatia einen Kommentar in 13 Bänden zur "Arithmetika" des Diophantes von Alexandrien und einen Kommentar zu den Kegelschnitten des Apollonios von Perge verfasste. Wahrscheinlich arbeitete sie auch an einem Kommentar zu den großen mathematischen und astronomischen Abhandlungen des "Almagest" von Klaudios Ptolemaios mit.
Hypatia war nicht nur eine angesehene Philosophin und Theoretikerin, ihr wird auch die Entwicklung von technischen Geräten zugeschrieben. So soll sie ein Astrolabium zur Bestimmung von Stern- und Sonnenpositionen und ein Aräometer, mit dem auf einfache Weise das spezifische Gewicht von Flüssigkeiten bestimmt werden konnte, entworfen haben.

Ihr tragischer Tod wurde vielfach beschrieben. Über das Mordmotiv wurde häufig spekuliert, schon zu ihrer Zeit und noch mehr im Laufe der Geschichte.
Der Überlieferung nach, kam sie eines Tages nach Hause, wurde von einer aufgebrachten Menge in die Basilika Caesarea geschleppt, entkleidet, getötet und verbrannt. Die von Sokrates Scholastikos gemachten zeitlichen Angaben über ihren Tod lassen auf den März 415 schließen.

Alexandria war zu dieser Zeit Schauplatz gewalttätiger Auseinandersetzungen. Christliche Eiferer kämpften gegen nach ihrer Definition „heidnische Irrlehren", zu denen sie auch die Wissenschaften und die griechisch geprägten Philosophie zählten. Religiöser Fanatismus, gepaart mit politischen Intrigen, führte wahrscheinlich dazu, dass Hypatia im Jahre 415 u.Z. von Anhängern des Patriarchen Kyrillos brutal ermordet wurde.

Mit ihrer Ermordung erlosch die alexandrinische Mathematikerschule und endete die Verbreitung von Platons Lehre in Alexandria und im ganzen Römischen Reich.

 

Weiterführende Literatur:

R. Asmus, Hypatia in Tradition und Dichtung, Studien zur Vergleichenden Literaturgeschichte 7, 1907, 11-44
J.M. Rist, Hypatia, Phoenix 19, 1965, 214-225
Der kleine Pauly, Lexikon der Antike, München 1979
K. Praechter, Hypatia, Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaften, 9,1 (1914), 242-249
K. Ziegler, Theon, Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaften, 5 2A (1934), 2075-2080
Lexikon der Alten Welt, Augsburg 1994- Brockhaus Enzyklopädie, Leipzig & Mannheim, 1998
Großes Lexikon der Antike, Leipzig 1962
Joe J. Heydecker, Die Schwestern der Venus, München 1991, S.366



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