Zitate aus:
Hohe Kosten, wenig Nutzen.
Die Akkreditierung einzelner Studiengänge ist derzeit groß in Mode. Besser wäre es, auf Qualitätsmanagement an den Unis und Hochschulrankings zu setzen.

Von Detlef Müller-Böling
in Die Zeit Nr. 17, 19.04.2001

"...Den Gedanken eines freieren Hochschulsystems nach Deutschland zu übertragen ist richtig. Aber wir machen es natürlich besonders gründlich. So haben wir für die neuen Bachelor- und Master-Studiengänge zwischen Kultusministerkonferenz und Hochschulrektorenkonferenz einen Akkreditierungsrat eingerichtet, der Akkreditierungsagenturen akkreditiert, die ihrerseits die Studiengänge akkreditieren. Ein gestuftes Verfahren für gestufte Abschlüsse!

...Die Akkreditierung gilt für einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren. Aber gewonnen ist damit wenig, denn die Wissenschaftsministerien behalten sich vorerst die Genehmigung der Studiengänge vor.

...Bei bisher etwa 600 Bachelor- und Master-Studiengängen werden an die Akkreditierungsagenturen alle drei bis fünf Jahre zwischen 18 bis 30 Millionen Mark fließen.

...Was bekommen wir dafür? ....dass in den akkreditierten Studiengängen Mindeststandards an Qualität eingehalten werden. Das ist wenig; ....

...Ein gigantischer Apparat wird also in Gang gesetzt für ein Ergebnis, das wir sowieso schon kennen.

...Was also tun gegen den Virus Akkredititis, der Hochschulen und Politiker befallen hat? Zuerst einmal und zuvorderst nicht Studiengänge, sondern lediglich Hochschulen akkreditieren. Denn Studiengangsakkreditierung ist das Stützkorsett für geschwächte akademische Körper, deren oberes Ende an BSE-artiger Substanzerweichung leidet.

...Zweitens gilt es dann Markttransparenz herzustellen, um die Unterschiede in der Qualität über das Mindestniveau hinaus deutlich zu machen. ..."

Stand 28.01.2004, Norbert Kalus
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