Expeditionsteam 2006

Wieland Adler (Geodät, Expeditionsleiter), Martin Rückamp (Geophysiker) Frank Polte (Geodät, "bergsportl. Leiter"),
Uli Münster (Geodät), Uwe Hofmann (Geodät), Wilfried Korth (Geodät, wiss. Leiter)

Expeditionstagebuch 2006

 

Route der Gruppe (Karte "anklicken" --> ZOOM):


Die rot ausgefüllten Kreise mit Nummern zeigen die Camps
der Expedition von Alfred de Quervain aus dem Jahre 1912.
In gelb wird die Position der Gruppe dargestellt. Dazu die
Karte nach rechts schieben!

 

Datum Position Gelaufene
Strecke
Gelaufene Strecke gesamt von ca. 700 km erreichtes Camp mit Namen von 2002  Meldung
01.09.2006   ca.16 km ca. 684 km Ankunft am Meer im Eqi-Camp Geschafft - Endlich wieder festen Boden unter den Füßen! Der Duft nach frischem Moos und der Anblick herbstlich gefärbter Polarweiden entschädigen uns für Anstrengungen und Entbehrungen der letzten Wochen. Wir sind froh, am Ziel zu sein!
31.08.2006   ca.25 km ca.668 km   Wir nehmen für den Abstieg  nur das Notwendigste mit und lassen vorerst  die Pulken am "Swiss Camp" stehen.   
30.08.2006   ca. 30 km  ca. 643 km 10 km nach Camp 36  2 herrliche Lauftage liegen hinter uns. Leider war der   Rückenwind einfach zu stark zum Segeln. Dennoch gelang es uns heute,  bei ansonsten guten Bedingungen,   unsere Tagesetappe erneut auf 30 km zu verlängern. Wir befinden uns jetzt im "Swiss Camp" ( ca. mittig zwischen Camp 36 und 37) .

Das "Schlimme" liegt nun hinter uns - auch wenn der Abstieg zur Küste in den nächsten Tagen zur sprichwörtlichen "Buckelei" wird...

29.08.2006   ca. 30 km ca. 613 km Camp 35 (600 km-Camp "An der Spalte)  Wir lagern direkt in einem Spalten-system. Wielands Isomatte liegt unmittelbar auf einer kleinen 20cm-Spalte. Beim Messen bricht Wilfried mit einem Bein ein. Er war aber gesichert.
28.08.2006   ca. 22 km ca. 583 km Camp 34 (UHU = unter 100 km) Das Wetter scheint es nun doch noch gut mit uns zu meinen. Ein sehr schöner Segeltag liegt hinter uns.  
27.08.2006   ca. 24 km ca.561 km Camp 33 (endlich talwärts) Heute hatten wir einen Segeltag in einem Spaltengebiet. Da wir dieses Gebiet bereits von 2002 kannten, konnten wir uns gut darauf einstellen und benötigten für die  Etappe bei  leichtem Schneefall nur  4 Stunden. Das Wetter wird langsam besser.  Es  geht uns allen gut. Freuen uns schon auf unsere Ankunft in Ilulissat, besonders weil uns heute die Nachricht erreichte, dass Sabine, Doreen und "unsere" Paula dort mit schönem Wetter bereits auf uns warten.   
26.08.2006   ca. 25 km ca. 537 km Camp 32 (nasses Schneecamp) Nach einem guten Segeltag hatten wir heute allerdings nicht so optimale Bedingungen. Mit 7:20 Stunden mussten  wir ein lange, anstrengende Laufetappe bewältigen. Wir sind aber froh, trotz der wesentlich schlechteren Wetterbedingung im Vergleich zu 2002 die Etappenziele zu erreichen. Messungen einschließlich Magnetsuche stimmen uns optimistisch. 
25.08.2006   ca. 26 km ca. 512 km Camp 31 (500-km-camp) Nach den letzten Lauftagen konnten wir heute endlich wieder bei mäßigem Wind unsere Segel ausprobieren. 
24.08.2006   ca. 24 km ca. 486 km Camp 30 (300-miles-camp) Heute war leider wieder nur ein schwerer Lauftag mit "miesem" Wetter. Dennoch sind wir sehr froh, diese Etappe bewältigt zu haben.
23.08.2006   ca. 24 km ca. 462 km Camp 29 (2000 m-Camp II) Die letzten zwei Tage waren leider wieder nur Lauftage, da es gestern windstill war und heute hatten wir gegen straffen Wind zu kämpfen mit Schnee und Regen im Gesicht. Aber unsere Laune ist ok. Insgesamt ist das Programm ganz schön hart. Bisher haben wir 7 Magnete gefunden. Heute sucht Martin den 8. Magneten. Die GPS-Messungen funktionieren große Klasse, nur das Wetter ist eine einzige Katastrophe. Es scheint hier keine Sonne mehr zu geben.
22.08.2006   ca. 22 km ca. 438 km Camp 28 (Namenloses Nichts)  
21.08.2006   ca. 16 km ca. 416 km Camp 27 (Halo-Camp) Heute hatten wir wieder einmal einen Segeltag.
20.08.2006 68°21´52´´ N
44°54´13´´ W
ca. 17 km ca. 400 km Camp 26 (400 km-Camp) Wir hatten gestern wieder einen guten Segeltag, an dem wir den ganzen Tag segeln konnten. Im Camp 24 und 25 haben wir die Magnete von 2002 gefunden. Den Magneten in Camp 24 haben wir in einer Tiefe von 4,12 m ausgegraben. Ansonsten ist das Wetter immer wieder schlecht, Regen, Windstärken 5-6 und um die 0°C. Unsere Sachen bekommen wir trotzdem immer wieder einigermaßen trocken. Das Sägen der Schneeblöcke für die Mauer war heute besonders schwer, da überall Eishorizonte drin waren. Wir hoffen weiterhin auf Wetterbesserung. Uns geht es allen gut und wir sind optimistisch.
19.08.2006 68°09´56´´ N
44°17´46´´ W
ca. 23 km ca. 383 km Camp 25 (Mit Euphorie ins weiße Nichts)  
18.08.2006 68°00´50´´ N
43°56´04´´ W
ca. 19 km ca. 360 km Camp 24 (Große kalte Ebene)  
17.08.2006   ca.20 km ca. 341 km Camp 23 (Mittelcamp) Bei uns ist alles ok. Seit 3 Tagen haben wir mit Temperaturen um 0°C (aber eher im Plusbereich), Windstärken 5-6, Regen und White out zu kämpfen. Wir haben alle Strecken bisher geschafft. Martin hat im Camp 20 und 21 die ausgelegten Magnete von 2002 in etwa 3,50 m Tiefe gefunden. Vorgestern Vormittag sind wir mit jeweils 3 Schlitten und 3 Leuten an einem Segel gesegelt, bis ein Segel nachgegeben hat. Dieses Segel haben wir aber mittlerweile wieder repariert. 
16.08.2006   ca. 21 km ca. 321 km Camp 22 (200-miles-camp)  
15.08.2006   ca. 22 km ca. 300 km Camp 21 (300 km-Camp)  
14.08.2006   ca. 20 km ca. 278 km Camp 20 (Passhöhe-Möwencamp) Die letzte Nacht war bei -25 °C sehr kalt. Trotzdem war heute wieder ein normaler 20-km-Lauftag. Wir haben den höchsten Punkt überschritten Die letzte Etappe sind wir bei sehr, sehr schwachem Wind gesegelt, mit einem Vortrieb von nur etwa 6 km/h. Magnete von 2002 haben wir noch nicht gefunden.
13.08.2006   ca. 23 km ca. 258 km Camp 19 (Summit) Um die GPS-Messung auf dem Punkt von Camp 18 nachzuholen, ist Badde heute morgen bereits zwei Stunden eher losgelaufen und hat den GPS-Empfänger dort aufgebaut. Insgsamt haben wir die verlorene Strecke von gestern wieder rausgelaufen und sind bis zum Camp 19 gekommen. Die heutigen 23 km waren ziemlich hart und wir waren erst 17:30 Uhr im Camp.
12.08.2006   ca. 17 km ca. 235 km vier Kilometer vor Camp 18 (2500-m Camp) Heute hatten wir wieder den ganzen Tag "Betonschnee", so dass wir die Etappe nicht geschafft haben. An der Tagesetappe von 2002 haben uns vier Kilometer gefehlt.
11.08.2006   ca. 20 km ca. 218 km Camp 17 (Schallmauer) Bei uns ist alles in Ordnung. Vogestern hatten wir noch einmal einen saumäßigen Tag. Es war warm und wir hatten wieder "Betonschnee". Wir haben ganz schön gekämpft. Seit zwei Tagen ist es jetzt kalt. Vorgestern Nacht waren -9°C, letzte Nacht -19°C. Die Bedingungen werden nun langsam besser und alle fühlen sich wohl. Heute Morgen haben wir noch einmal probiert, zu segeln. Leider war der Wind zu schwach und so haben wir 1,5 Stunden eingebüßt. Wir sind aber auch noch nicht in den Gebieten, wo es regulär gehen müßte.
10.08.2006   ca. 19 km ca. 198 km Camp 16 (Sastrugiebene (knapp 200 km))  
09.08.2006   ca. 19 km ca. 179 km Camp 15 (Unter 500 km "Kaiserlager")  
08.08.2006  
14,4 km
ca. 160 km
Camp 14 (Letzter Nunatak) Zum Glück war es letzte Nacht so kalt, dass der Untergrund durchgefroren wurde. Damit haben sich unsere Befürchtungen zerschlagen, wieder im "Betonschnee" laufen zu müssen. Wir hatten heute wieder einen wunderschönen Tag, den Wind aber leider aus der falschen Richtung. Uns geht es allen gut.
07.08.2006  
14,0 km
ca. 146 km
Camp 13 (Kalte 13) Die ersten vier Kilometer sind wir heute bei noch schönem Wetter gelaufen, bis von hinten (von Osten) zum Glück eine Schlechtwetterfront kam und uns herrlichen Rückenwind brachte. So sind wir, immer genau vor der Schlechtwetterfront,die restlichen 10 km zum Camp 13 in nur einer Stunde gesegelt. Die Windstärke war so optimal, dass wir für kommende Etappen im Segeln Sicherheit bekommen haben. Beim Zeltaufbau hatte uns die Schlechtwetterfront dann ein und es setzte Schneefall ein.
06.08.2006  
10,7 km
ca. 132 km
Camp 12 (2000m-Camp I) Heute Morgen haben wir noch bei Wind die Zelte abgebaut. Bei relativ schönem Wetter sind wir die heutige Strecke zum Camp 12 ganz locker gelaufen.
05.08.2006 66°33´09´´ N
39°56´36´´ W
15,0 km
ca. 121 km
Camp 11 (Tiefschnee hinter Polarkreis) Bei uns ist alles ok. Wir hatten die letzten 3 Tage recht schlechtes Wetter, immer Schneeregen und um die 0°C. Nachmittags brach aber auch mal kurz die Sonne durch. Heute war eine ziemlich lange Etappe bei "Betonschnee" und dementsprechend schlechter Spur. Wir sind ziemlich geschlaucht, aber ansonsten geht es uns gut. Magnete werden wir erst auf dem Gipfel des Eisplateau`s wieder suchen. Heute Abend gibt es erstmal die Polartaufe für diejenigen, die noch nicht den nördlichen Polarkreis überschritten haben.
04.08.2006 66°28´24´´ N
39°40´28´´ W
11,0 km
ca. 106 km
Camp 10 (Eisregen vor Polarkeis)  
03.08.2006 66°22´52´´ N
39°34´10´´ W
15,0 km
ca. 95 km
Camp 9 (Letzter Blick aufs Schweitzer Land)  
02.08.2006 66°15´27´´ N
39°26´58´´ W
 
ca. 80 km
Camp 8 (Erster Schneefall) Wir haben seit 3 Tagen abwechselnd Regen, Schneeregen, Eisregen, feuchten Schneefall. Fast alles ist nass. Wenig Wind, also keine Chance zu segeln. Magnete haben wir noch nicht gefunden. Die Stimmung ist trotzdem gut.
01.08.2006 66°06´13´´ N
39°22´56´´ W
    - Ruhetag
31.07.2006 66°06´13´´ N
39°22´56´´ W
 
ca. 62 km
Camp 7 (Schweizblick)  
30.07.2006 65°59´06´´ N
39°11´42´´ W
15,0 km
49,7 km
Camp 6 (Eisbärenlager) Wir sind heute im Firn von Camp 5 nach Camp 6 von 2002 gelaufen und hatten den ganzen Tag Sonnenschein. Letzte Nacht hatten wir -1 °C. Wir sind alle wieder wohlauf und guten Mutes.
29.07.2006 65°51´53´´ N
39°02´28´´ W
8,6 km
34,7 km
Camp 5 (Windige Ebene) Wir hatten Sulz, Eis, verschneite Spalten und viel Regen. Zum Teil mussten wir am Seil gehen. Gegen Ende des Tages konnten wir die Skier bereits anschnallen. Nach diesem Tag waren wir alle ziemlich fertig. Im Camp 5 haben wir auch zum ersten Mal versucht, den Magneten von 2002, der damals zur Punktmarkierung ausgelegt wurde, zu finden. Leider ohne Erfolg. Die Eisbewegungen in den Randbereichen sind doch sehr stark.
28.07.2006  
11,4 km
26,1 km
Camp 4 ein kleines Stück übergangen (Angstvolle Nacht) Wir haben heute noch nach Camp 4 von 2002 übernachtet. Es gab viel Eis, offene Spalten und Schneesümpfe. Wir hatten den ganzen Tag Sonne und insgesamt ist es wärmer und weniger windig als 2002. Es gibt bei drei Leuten leichtere Blessuren, wie Blasen, die wir aber gut im Griff haben. 
27.07.2006 65°39´27´´ N
38°56´51´´ W
 
14,7 km
Camp 3 (Nunatak) Der Aufstieg gestaltet sich nicht so günstig wie 2002. Es sind mehr Spalten im Aufstiegsgebiet als vor vier Jahren. Trotzdem sind wir bis zum Camp 3 von 2002 gelaufen und haben so 1,5 Tagesetappen geschafft. Wir sind sehr zufrieden und uns geht es allen gut.
26.07.2006    
ca. 3 km
  Heute ging es endlich los. Nachdem wir unsere gesamte Ausrüstung in den Schlitten verstaut haben, sind wir 16 Uhr auf`s Eis und sind so noch bis etwa 20 Uhr gelaufen. Damit haben wir die erste halbe Tagesetappe der Expedition von 2002 geschafft.
25.07.2006 65°36´07´´ N
38°54´08´´ W
      Mit dem Boot wurden wir heute zum Ausgangspunkt der Expedition, nach Isortoq, gebracht. 
24.07.2006         Wir sind heute gut an der Ostküste von Grönland angekommen und konnten bereits heute, einen Tag eher als geplant, die organisatorischen Dinge vor Ort klären.
23.07.2006         Mit dem Abflug des 6-köpfigen Expeditionsteams und der beiden Studenten, die während der Expedition die GPS-Referenzstationen an der grönländischen Küste betreiben sollen, hat die Expedition endlich begonnen. In Rejkjavik/Island gönnen wir uns noch ein letztes Mal den Luxus einer festen Unterkunft, bevor wir morgen nach Kulusuk, an der grönländischen Ostküste weiterfliegen.