Die Idee
Die Idee Die Route Expedition 1912  Galerie 1912/2002 Home

 
„Donnerstag, 8.Februar 1912. Wir zogen ziemlich spät vom oberen Gletscherdepot fort, denn wir mussten Schiffszwieback und anderes abwiegen. Der Morgen war greulich; der Wind wehte heftig und kalt. Gleichviel gingen wir bis zum Darwinberg, um das Gestein zu untersuchen.Nachmittags steuerten wir nach der Moräne unterhalb des Mount Buckley hin und mussten mit Hilfe der Steigeisen über einige schroffe Abhänge mit großen Spalten hinwegklettern und nach der Bergseite hinunterrutschen. Diese Moräne war so interessant, dass ich beschloss, den Rest des Tages zu geologischen Untersuchungen zu nutzen.“
 
Aus dem Tagebuch von Kapitän Robert F. Scott


 

Zu diesem Zeitpunkt hatten Scott und seine Gefährten schon einen dreimonatigen Marsch durch Eis und Schnee hinter sich. Die Lebensmittel und Brennstoffvoräte waren knapp und die Männer erschöpft. Trotzdem haben sie sich die Zeit genommen, um wissenschaftliche Untersuchungen durchzuführen. Vielleicht genau die Zeit, die ihnen sieben Wochen später fehlte, um das rettende Depot zu erreichen ...

Ob Nansen, Amundsen, Scott, Shackelton oder Wegener - die Polarforscher der ersten Stunde zeichnete eins aus: sie  vereinten  Forschergeist mit sportlicher Leistungsfähigkeit und  Ehrgeiz. Heute findet man nur noch selten beides vereint. Die Polarforschung ist weitgehend technisiert. Körperlicher Einsatz und Fitness rücken in den Hintergrund. Mit Forschungsschiffen, Raupenschleppern, Flugzeugen und Hubschraubern kann nahezu jeder Punkt auf der Erde relativ bequem und gefahrlos erreicht werden. Die mitgeführte Ausrüstung ermöglicht auch in den unwirtlichsten Gegenden der Erde ein relativ komfortables Wohnen und Arbeiten. Die finanziellen und logistischen Aufwendungen dafür sind allerdings enorm.

Auf der anderen Seite wächst seit der Antarktisdurchquerung von Reinhold Messner und Arved Fuchs 1989/90 die Zahl der Extremsportler, die sich den physischen und psychischen Herausforderungen von langen Expeditionen durch die Arktis oder Antarktis stellen und dabei zur Fortbewegung nur ihre eigene Muskelkraft einsetzen. Moderne Navigations- und Kommunikationstechnik, Funktionsbekleidung, Spezialnahrung und eine auch sonst vergleichsweise zu den Anfängen der Polarforschung leichte und bessere Ausrüstung erleichtern den Abenteurern dabei ihr Überleben entscheidend. Allerdings dienen diese Fahrten meist nur dem Selbstzweck, und neue wissenschaftliche Erkenntnisse werden dabei nicht gewonnen.

Aus der Bewunderung für die Leistungen der Pioniere der Polarforschung, dem beruflichen Kontakt mit den aktuellen Fragestellungen und den selbst in Grenzbereichen gesammelten Erfahrungen entstand die Idee zu der geplanten Expedition:

Unter Verzicht auf eine aufwendige Logistik, nur mit den Mitteln der modernen  Sportexpeditionen eine wissenschaftliche Expedition durchzuführen, die einen aktuellen Beitrag zur Klimafolgeforschung in den Polarregionen leisten kann.

(siehe Wissenschaft-Projekt)
 
 
 

Die Idee
Die Idee Die Route Expedition 1912  Galerie 1912/2002 Home