Organisation einer Grönlandüberquerung
(Links zu den entsprechenden Institutionen am Ende dieser Seite.)

Für jegliche Aktivitäten/Expeditionen auf dem bzw. auf das Inlandeis benötigt man eine Genehmigung von den grönländischen Behörden. Diese muss man bei der grönländischen Regierung beantragen. Die Verfahrensweise hier genau beschrieben. Alle Formulare und Hinweise können dort heruntergeladen werden.

Im Grunde müssen folgende Schritte abgearbeitet werden:

  • Beantragung einer Expeditionsnummer (Antrag auf ein Expedition Permit)
  • Beantragung eines Radio-Permits (auch wenn kein Funkgerät mitgeführt wird)
    Erforderlich ist ein 450MHz-Notsender (EPIRB), und möglichst ein Satellitentelefon
  • Beantragung eines "Firearm-Permits" (auch wenn keine Waffe mitgeführt wird!)
  • Abschluss einer Pflicht-Versicherung mit ganz speziellen Leistungen
    Die normalen Auslandsunfall- oder Bergungsversicherungen von DAV oder ADAC reichen hierbei nicht aus!
  • Hinterlegung einer Bankbürgschaft, auf die notfalls zurückgegriffen wird, wenn eine Rettung nötig wird. Das Geld muss man sich dann selbst von der Versicherung zurückholen

Wenn all diese Dinge erledigt sind (bis 4 Wochen vor der Expedition), erhält man per e-mail das ersehnte Permit.
Wir haben es 2010 erlebt, dass nach dem 1. Juli keine Überquerungen des Inlandeises mehr genehmigt werden sollten, weil es im Frühsommer extreme Probleme mit einzelnen Expeditionen gab, die letztendlich geborgen werden mussten und keine finanzielle Absicherung dafür organiiert war. Am Ende waren wir die einzige Gruppe, die es geschafft hat, eine Genehmigung für Arbeiten auf dem Eis erhielt. Der fünftägige Nervenkrieg, der dem vorausging ist kaum zu beschreiben.

Der Transport der Ausrüstung nach Grönland erfolgt am besten mit dem Schiff. Die Sachen können von Deutschland aus mit einer Spedition verschickt, oder selbst nach Aarlborg zum Grönlandshavn gebracht werden. Die zweite Variante hat den Vorteil, dass man die Zollformalitäten sehr vereinfachen kann. Details kann man bei Royal Arctic Line erfragen. Wir haben bei all unseren Expeditionen nie Probleme mit dem Zoll gehabt. Auch der Rücktransport der Schlitten und Ausrüstung war immer sehr einfach. Wir haben die Sachen immer selbst in Aarlborg abgeholt.

Wenn Helikopterflüge in Grönland nötig sind, lassen sich diese bei der Charter-Abteilung von Air Greenland organisieren. Die Kosten sind allerdings nicht ganz unerheblich: ca. 3500 € für eine Flugstunde. Damit kommt man gerade mit der Ausrüstung für 4-5 Leute auf das Eis hoch oder herunter.

Den Transport zum Startpunkt in Ostgrönland haben wir immer mit Booten organisiert. Dabei hat uns der legendäre Grönlandabenteurer Robert Peroni unterstützt, der in Tassilaq (Ostgrönland) ein kleines Hotel (The Red House) betreibt.

Institutionen und Adressen in Grönland/Dänemark:
Government of Greenland in Nuuk (Seite der Regierung)
Travel activities in remote parts of Greenland (Unterseite mit den Hinweisen für Expeditionen)
The Red House (Hotel/Herberge von Robert Peroni in Tassilaq/Ostgrönland mit exzellenter Unterstützung von Expeditionsgruppen)

Royal Arctic Line (RAL wickelt den gesamten Gütertransport von und nach Grönland ab.)
Air Greenland (Monopolist für Hubschrauberflüge in Grönland.)