Erfahrungen und Hinweise zu der von uns benutzten Ausrüstung

An dieser Stelle sollen nicht die einzelnen Ausrüstungsgegenstände aufgelistet werden. Lediglich auf die wichtigsten Dinge (ohne Berücksichtigung der Bekleidung) wird kurz eingegangen.
 

Ausrüstungsgegenstand   Erfahrungen
Schlitten:
*norwegische Kunststoffschlitten der Firma Fjellpulken
(Länge 190 cm, Breite 50 cm, Gewicht der Schlitten am Beginn der Expedition ca. 120 kg)
*2012 benutzten wir erstmals Schlitten der Firma Acapulka
pulka
Die Schlitten haben sich top bewährt und auch die harte Tortour beim Auf- und Abstieg durch die zig km Spalten- und Rinnezone ohne ernsthafte Beschädigungen überstanden.
Die 2 Acapulken haben 2012 nicht funktioniert. Die Tour musste wegen Schlittentotalschaden abgebrochen werden. Wir haben wahrscheinlich das falsche Modell benutzt. Inzwischen haben wir nagelneue, hoffentlich wesentlich bessere Pulken. Die Firma hat sich sehr kooperativ gezeigt.
Skier/Schuhe/Bindungen
*Back Country - Ski mit Schuppen und umlaufender Stahlkante, 
*Kurzfelle (Kicker Sticker)
*Telemark -Schalenschuh Garmin-Libero, Fischer bzw. Alpha-Gaiter,
*Telemark-Laufbindung "Chili" von Rotafella (2002, heute), 7 TM Power Tour (2006, heute)
Bindung
Hat sich ausgezeichnet bewährt. Durch die flexiblen Telemarkschuhe hatten wir auch bei -20°C spätestens 20 min nach dem Start warme Füße.
Allerdings hatten wir 2002 massive Probleme mit den Bindungskörpern. Alle  waren nach 400 km angerissen, ein Paar ist nach 450 km gebrochen. Später ist dieser Fehler nicht wieder aufgetreten. Die Chili-Bindung ist heute nicht mehr mit der von 2002 identisch.
Die aktuelle Bindung muss allerdings mit einer Kontermutter ergänzt werden, damit sich die Bindungslänge nicht selbsttätig verstellt!
Zelte:
*Expeditionszelte verschiedener Hersteller, meist geodätische Konstruktionen. Inzwischen haben wir sehr gute Erfahrungen mit den Zelten der Berliner Zeltschmiede Wechsel gemacht, die uns für 2015 ihr neues Expeditionszelt zur Verfügung stellen wird.

*ein einwandiges Tunnelzelt als Küche (meist Eigenbau)
(notfalls sind wir auch in der Lage, Iglus zu bauen)

zelt

 Wechsel Conqueror beim Test Dez. 2013

*Eine Naht ging ohne Sturmbelastung auf und musste repariert werden.
*3 Gestängebrüche (in 4 Expeditionen) beim Aufbau
*Netzkanäle fürs Gestänge sind bei 40x auf- und abbauen in Schnee und Kälte unzweck- mäßig.
(Aufgrund der Schneebedingungen wäre uns das Iglubauen mitunter schwer gefallen. 2010 haben wir es testweise trotzdem ernsthaft praktiziert)
 
 Schlafsäcke:
2002: Daunenschlafsäcke mit Goretex- Außenhülle mit Komfortbereich bis -30°C (Yeti)
Später auch Daunenschlafsäcke von VauDe und Mammut, einen Microfaserschlafsack von Mammut (wegen Alergie)


Keine Vaporliner oder Plastetüten im Schlafsack
  Wir sind sehr gut mit den Daunenschlafsäcken ausgekommen. Wenn es das Wetter zuließ haben wir sie gelüftet, so blieben sie die meiste Zeit trocken. Ausnahme die Dauerregenphase 2010, da hatten wir aber auch Temperaturen um 0°C, das ging auch mit nasser Daune.
Wenn mehrere Tage Schneetreiben war, ließ die Wärmeleistung durch die Kondenationsfeuchte in den Daunen etwas nach. Aber gefroren hat trotz nachts bis -35°C keiner.
Navigation: 
Kugelkompass und GPS-Handheld am Gestell, zusätzlicher Reserve-Marschkompass
Jeder Teilnehmer ein eigenes Handheld-GPS (Garmin)
navi
Die Richtungsanzeige am Kugelkompass war neigungsabhängig. Fürs Kajakfahren soll es bessere geben. Seit 2006 navigieren wir ausschließlich mit GPS. Akkus lassen sich über Solarsysteme nachladen. Die älteren Garmin-Geräte verbrauchen deutlich weniger Strom! 
Kommunikation: 
450MHz-Notsender, EPIRB (PFLICHT!)
2002: 1 Magellan GSC-100 (Orbcom, veraltete und nicht mehr benutzt)
seit 2006: Iridium-Satellitentelefon mit Datenmodem

Die Notsender mussten wir nie nutzen. 

Das Orbcomm-System funktionierte 2002 nicht gut, ist inzwischen veraltet und außer Gebrauch.

Das Iridium war immer zuverlässig, auch für den Datentransfer, wenn es nicht zu viel wurde.

Kocher/Geschirr
3 Primus-Benzinkocher, geschätzter Benzinbedarf  1l pro Tag für 4 Personen,
Kochbrett, Windschutz/Heatchanger von MSR,

2 beschichtete Töpfe (heute Primus EtaPower), 1 Pfanne


1 Wasserkessel vom Trödelmarkt (0,50 €), da im Fachhandel nicht in der erforderlichen Größe aus Alu erhältlich.

 

kocher
Der Benzinverbrauch war etwas geringer als 1l/Tag. Auch zu sechst (2206) sind wir mit ca. einem Liter/Tag ausgekommen.

Die Ausgabe für das beschichtete Geschirr hat sich auf jeden Fall gelohnt. Heute verwenden wir nur noch die Primus-Töpfe, es gibt nichts Besseres!
Verpflegung
ca. 4300 kcal (=1kg Trockenmasse ) / Person und Tag
Travel-Lunch (Trek´n Eat), Peronin, Pemikan, Schokolade, Müsliriegel, Powergel, Kekse, Müsli, Salami, Speck, getrocknete Brotwürfel ...
Kaffee, Tee, Getränketabletten, Vitamintabletten.
 
Die doppelte Abendmahlzeit stellte am Anfang jeden Magen vor ein ernstes Problem. Dafür war die Unterwegsverpflegung für die Marschpausen zu gering kalkuliert. Pemikan erwies sich als echtes Abführmittel und Kaiserschmarren waren beliebter als Chili con Carne.
Insgesamt ist die Expeditionsnahrung aber viel besser, als gemeinhin angenommen!
Dokumentation - Foto
2002: Eine alte Praktika-Spiegelreflexkamera.
Seit 2010 verschiedene Digitalkameras verschiedener Hersteller. Vorher haben wir auf Diafilm fotografiert, da das nachladen der Kameraakkus problematisch erschien.

2012: Canon EOS 5D
  Die Dias haben wir nachträglich digitalisiert.

Heute sind die Kameras und auch die Akkus sehr gut geworden. Probleme gab es praktisch nicht mehr. Neben einer "Profikamera" sollte jeder Teilnehmer eine eigene kleine Kamera für Schnappschüsse in der Tasche haben.
Dokumentation - Video
1 Sony-DV-Camcorder mit wasserdichtem Sportpack

2012: Canon EOS 5D

  Die Videokamera hat gute Aufnahmen geliefert. Für besondere Aufnahmen und schlechtes Wetter hat sich der Sportpack zum wiederholten Mal als unverzichtbarer Schutz erwiesen.

Die EOS 5D ist als FullHD-Kamera super, aber bei extremen Wetterbedingungen nicht immer einsetzbar. Zukünftig werden wir auch Action-Kameras einsetzen (z.B. Hero). Die Videofunktion kleiner Pocketkameras ist meist nicht zufriedenstellend!
 
Wissenschaftliche Geräte

geodätische Trimble GPS- Empfänger (5700 oder R8),  Datenspeicherung nach programmierter Konfiguration auf Compact-Flash (kein Download mit PC während der Expedition erforderlich)
 
 
Sonstiges
 Manche haben ihn für überflüssig gehalten...
 
 
 
 
 


 

uribag

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Bei -35° C und 40 km/h Wind hat das der eine oder andere bereut.