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Jahrestagung 2006 |
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Auf dem Weg zu einer Geographie der Gesundheit Vom 5. bis 7. Oktober 2006 fand die Jahrestagung des Arbeitskreises für Medizinische Geographie und der Arbeitsgruppe Räumliche Statistik der Deutschen Region der Internationalen Biometrischen Gesellschaft im Haus Humboldtstein in Remagen bei Bonn statt. Die Organisation und Leitung dieser Jahrestagung wurde von Prof. Dr. Jürgen Schweikart und PD Dr. Thomas Kistemann als Sprecher des Arbeitskreises für Medizinische Geographie und Dr. Johannes Dreesman als Sprecher der Arbeitsgruppe Räumliche Statistik der Deutschen Region der Internationalen Biometrischen Gesellschaft geführt. Insgesamt setzten sich 37 Referenten und Gäste aus Deutschland, Frankreich, Indien und der Schweiz innerhalb der Veranstaltung mit dem Leitthema „Auf dem Weg zu einer Geographie der Gesundheit“ auseinander. Dabei wurden insbesondere räumliche Aspekte von Gesundheitsfragen sowie methodische Konzepte diskutiert, um gesundheitsrelevante Themen mit raum-zeitlicher Dynamik zu erfassen. Die 3-tägige Konferenz wurde in 7 Leitthemensitzungen gegliedert: Sitzung A: Standorte der Gesundheitsversorgung In dieser Sitzung wurden Standortanalysen im Bereich der Gesundheitsversorgung vorgestellt. Dabei wurden insbesondere räumliche Disparitäten in der Versorgung der Bevölkerung mit Gesundheitseinrichtungen analysiert und erläutert. Eine weitere Fragestellung dieser Sitzung beschäftigte sich mit der zukünftigen Planung von Gesundheitseinrichtungen, die sowohl den Bedarf und die Nachfrage der Bevölkerung als auch den Bedarf an medizinischen Fachkräften berücksichtigen. Methodische Anwendung in Geographischen Informationssystemen (GIS) wurden vorgestellt. Sitzung B: Infektionskrankheiten Die raum-zeitliche Erfassung von Infektionskrankheiten ist eine wichtige Voraussetzung zur Früherkennung und Bekämpfung von deren Verbreitung und Ausbreitung. Hierzu wurde am Beispiel der Epidemiologie von Hepatitis A in Deutschland gezeigt, welchen Einfluss die hohe Mobilität der Bevölkerung auf die Ver- und Ausbreitung von Infektionskrankheiten ausübt. Veränderungen von Umweltbedingungen und sozioökonomische Faktoren wurden als Indikatoren zur integrativen Frühwarnung am Beispiel Malaria gezeigt. Hochauflösende Satellitendaten wurden als Hilfsmittel zur räumlichen Erfassung von Umweltparametern vorgestellt. Sitzung C: Gesundheitsförderung Die Förderung der Gesundheit zielt auf die Schaffung von gesunder Umwelt und Lebenswelt ab. Dabei wird nicht nur die Vermeidung von Krankheit sondern vor allem die Förderung der Gesundheit im Bewusstsein der Bevölkerung angesprochen. Sitzung D: Geostatistische Methoden In dieser Sitzung wurden insbesondere statistische Methoden aus der medizinischen Geographie vorgestellt, die für die Analyse und Charakterisierung von räumlichen Clustern eine sinnvolle Anwendung finden. Sitzung E: Raum-zeitliche Krankheitsmuster Anhand von Fallbeispielen wurden Möglichkeiten zur Erfassung und Analyse der raum-zeitlichen Verbreitung und Ausbreitung von Krankheiten vorgestellt. Das Problem des underreporting von epidemiologischen Daten sowie methodische Möglichkeiten zur Verbesserung der Datenqualität und Datenlage wurden diskutiert. Die Anwendung von GIS und statistischen Interpolationsmethoden spielen für diese Fragestellung der medizinischen Geographie eine große Rolle. Sitzung F: Wasser und Gesundheit In dieser Sitzung wurden anhand der Beispielräume Delhi und Chennai, Indien, wasserbezogene Gesundheitsrisiken vorgestellt und diskutiert. Inhaltlich wurden die Problematik und die gesundheitlichen Folgen von räumlichem Zusammentreffen von Trink- und Abwasser in Bevölkerungsagglomerationen diskutiert. Ein theoretischer Ansatz zeigte Möglichkeiten von Anpassungsstrategien von vulnerablen Bevölkerungsgruppen. Sitzung G: Gesundheitsversorgung: Zugang und Inanspruchnahme In der letzten Sitzung wurde anhand von zwei Beiträgen die räumliche Versorgung mit Gesundheitseinrichtungen in Deutschland diskutiert. Die zukünftige Entwicklung von demographischen Aspekten steuert die Nachfrage und spielt für eine bedarfsgerechte Planung von geriatrischen Einrichtungen in naher Zukunft eine große Rolle. Die Planung von Versorgung und Erreichbarkeit von Gesundheitseinrichtungen, die heute geprägt sind von zahlreichen Schließungen der dezentralen Einrichtungen, ist ebenfalls als wesentlicher Aspekt der medizinischen Geographie erörtert worden. Für weitere Informationen kann auf das Programm- und Abstract-Heft sowie auf die Folien zu Vorträgen verwiesen werden, welche auf der Homepage des Arbeitskreises Medizinische Geographie verfügbar sind (http://www.med-geo.de). Yvonne Walz, Bonn/Würzburg
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