Und Wir offenbaren vom Qur‘an, was für die Gläubigen Heilung und Barmherzigkeit ist ...
Sura Al Isra (Die Nachtreise) 17:82

Gesundheitliche Aspekte der arabischen Sprache

Seit mehr als 5000 Jahren wird Akupressur als eine Therapieform der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) angewandt um Stress abzubauen, Rückenschmerzen zu mindern oder Körper und Geist zu entspannen. Bei Schmerzen führen wir reflexartig unsere Hand an die betreffende schmerzende Stelle und massieren sie mit unseren Fingern, jeder hat bestimmt schon mal die Stirn oder Schläfen bei Kopfweh massiert. Die Traditionelle Chinesische Medizin kennt außerdem Punkte, die behandelt werden können, obwohl sie von der schmerzenden Stelle weit entfernt sind. So bildet die Fußsohle, der Handballen oder das Ohr alle Organe des menschlichen Körpers ab. Ein Druck z.B. auf bestimmte Punkte des Fußes kann gegen Schluckauf helfen.

Weniger bekannt ist, dass auch auf der Zunge diese Punkte existieren die mit Organen über sogenannte Leitbahnen in Verbindung stehen. Die Zunge hat den Vorteil, dass man nicht unbedingt die Finger benutzen muss um den Druck zu erzeugen, sondern man kann auch mit Sprache diesen Druck erzeugen.

In der arabischen Sprache gibt es sogenannte Intensivierungslaute, kommen sie zum Einsatz wird der betreffende Buchstabe verstärkt (doppelt) ausgesprochen. Die Buchstaben die auf der Zunge und besonders auf der Zungenspitze gebildet werden erzielen bei der Intensivierung den gewünschten wohltuenden Zweck, da hier der Druck auf die Zunge gegen die oberen Schneidezähne bzw. Gaumen eine Zeitlang aufrechterhalten wird. Der untenstehenden Skizze kann man entnehmen, dass die Buchstaben R (ر), N (ن), L (ل) auf der Zungenspitze gebildet werden und bei entsprechenden Druck eine wohltuende Wirkung auf Herz und Lunge haben.

Skizze 1: Vergleich Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) mit arabischer Lautbildung.

Viel Übung bedarf es der Aussprache des arabischen Buchstabens ض (emphatisches D), dessen Laut auf den Zungenrändern gebildet wird. Diesen Laut gibt es in keiner anderen Sprache und er ist so kennzeichnend für das Arabische, dass man gelegentlich auch Arabisch als die Sprache des Dad bezeichnet [1]. Wenn es Ihnen gelingt die Zunge von den Seiten her zu wölben, dann gegen den Gaumen zu pressen und dabei noch das empathische D zu sprechen, so tun Sie dabei auch etwas Gutes für Ihre Leber (siehe Skizze 1).

Ohne große Zungenakrobatik sind die Buchstaben R (ر), N (ن), L (ل) zu sprechen. Um z.B. den Buchstaben L (ل) zu intensivieren braucht man nur Allah, das arabische Wort für Gott, auszusprechen. Dabei wird das L (ل) in Allah verdoppelt und so ein intensiver Druck von den Innenseiten der oberen Schneidezähne auf die Zungenspitze ausgeübt. Dieses Beispiel ist weit mehr als nur symbolisch. Spricht man Gott auf Arabisch aus, berührt dies das Herz! (siehe Skizze 1).

 

[1] Mehr Informationen zur "Lage der Lautbildung auf der Zunge" erhalten Sie im Buch: "Die Regeln der Qur'an-Rezitation", von Abdullah Frank Bubenheim und Hadeem Elyas, ISBN 3-923861-07-9