..Freie Darstellung 1. und 2. Semester

..Grundbegriffe zu den
..Vorlesungen Perspektive 1 bis 4

..Stand: 11.1.2002

Perspektive

Dem natuerlichen Sehen nahekommende Darstellung 3-dimensionaler Koerper auf einer 2-dimensionalen Flaeche, die ermoeglicht wird durch die Tatsache, daß alle parallelen Linien in der raeumlichen Darstellung in einen gemeinsamen Fluchtpunkt laufen.

 

Sehstrahl

"Gebuendelter" Blick, der als nur eine Linie gedacht, seinen Ursprung zwischen unseren Augen hat. In der Perspektivkonstruktion dient der Sehstrahl gleichsam als Peilinstrument.

 

Bildebene

Die Projektionsebene, auf der sich die 3-dimensionalen Objekte abbilden; vorstellbar z.B. als Glasscheibe zwischen Betrachter und Objekt oder als Projektionsfläche hinter dem Objekt, auf der unsere Sehstrahlen Abbilder der angepeilten Punkte hinterlaesst.

 

Fluchtpunkt

Der Punkt im Unendlichen, an dem sich alle parallele Linien treffen und gleichzeitig: das Abbild meines Sehstrahls im Unendlichen

 

Horizont

Ebene, gebildet durch Rotation des Sehstrahls. Der allgemeine Sprachgebrauch bezeichnet als "Horizont" die Linie, an der sich Himmel und Erde treffen: dies ist der perspektivische Horizont, auf dem alle Fluchtpunkte aller parallel zur Erdoberflaeche verlaufenden Linien liegen. Unser Sehstrahl kann jedoch ebensogut in einer anderen Richtung rotieren und so die Fluchtpunkte für die Linien angeben, die eben nicht parallel zur Erdoberflaeche verlaufen.

 

Wahre Laengen und Hoehen

Wahre Laengen und Hoehen existieren in der Perspektive nur parallel zur Bildebene und werden durch diverse Hilfskonstruktionen in die perspektivische Verkuerzung uebertragen.

 

Schulperspektive Die Schulperspektive geht von einer geraden, senkrecht stehenden Bildebene aus. Dies hat einerseits zur Folge, dass die Senkrechten senkrecht bleiben (bei einer gekippten Bildebene wuerden die Senkrechten ebenfalls fluchten), anderersesits dass bei Blickwinkeln über 45° an den Raendern starke Verzerrungen auftreten. Diese werden ggf. optisch korrigiert.
natuerliches Sehen Das natuerliche Sehen geht von einer gebogenen Bildebene aus; hierbei gibt es keine Verzerrungen an den Bildraendern. Wird analog dem natuerlichen Sehen gezeichnet, geht man von einer gebogenen Bildebene aus, um die Verzerrungen zu vermeiden, meidet jedoch auch die gebogenen Linien, die ein echtes Panorama mit sich bringen wuerde.
natuerliche Lichtquelle Unsere natuerliche LIchtquelle ist die Sonne. Ihre Strahlen werden als parallel angenommen, somit sind auch die hervorgerufenen Schatten parallel begrenzt. Die auf die Erde treffenden Schatten haben ihren gemeinsamen Fluchtpunkt auf dem Horizont. Schatten, die auf geneigte Flaechen (=schiefe Ebenen) fallen, haben ihren Fluchtpunkt auf der Hoehe des Fluchtpunktes der schiefen Ebene.
kuenstliche LIchtquelle Wir betrachten hier lediglich punktfoermige kuenstliche Lichtquellen. Sie rufen konisch zulaufende Schatten hervor, die ihren Fluchtpunkt - hier besser "Fusspunkt" unmittelbar unter der Lichtquelle haben.

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