Kunstobjekt Telefon
Alte Konsolen:
Die museale Präsentation weist auf die Tatsa-che
hin, daß sich der Apparat, das Telefon, seit seiner Erfindung 1876
nicht geändert hat. "Ein Mensch an einem Ort kann mündlich mit
einem anderen an einem entfernten Ort kommunizieren" (Alexander Graham
Bell). Vom ersten Tag seiner Einführung an, hat das Telefon seine
Grundfunktion erfüllt und sich primär durch seinen verbreiteten
Gebrauch sowie durch die Aktualisierung seiner Komponenten und seiner Infrastruktur
verbessert.
Aufmerksamkeit:
Das Telefon als neue Form der Kommunika-tion bietet nicht
nur Komfort in der Kontaktauf-nahme mit anderen, es kann auch aufdringlich
sein, wenn einer den kommunikativen Bedürfnissen eines Anrufers ausgeliefert
wird. Das Telefon scheint, an sich, bedingungslose Aufmerksamkeit zu verlangen.
"Basierend auf der Idee, daß das Klingeln eines Telefons einen Zustand
der fokusierten Aufmerksamkeit bei den meisten Menschen hervorruft, ist
die angerufene Person für die Aufnahme jeglicher Informationen bereit,
unabhängig vom möglichen Inhalt." (Jim Pallas).
Spiegel:
Menschen gestikulieren beim Telefonieren, obwohl keiner
den anderen sehen kann. Es ist eine menschliche Gewohnheit, die die begrenzten
Möglichkeiten des telefonischen Kommunizierens verdeutlicht.
Nachrichten:
Kritzeln ist eine allgemein akzeptierte Beschäftigung
beim Telefonieren, im Gegensatz zu kommunizierenden Menschen, die sich
gegenüberstehen. Wenn das Telefon als die einzige Möglichkeit
des Kommunizierens offensteht, deckt das Gekritzelte in der Plexiglasscheibe
bewußt gewordenene Wünsche und Träume auf. Werden die durch
das Telefonieren verhinderten Aspekte der Kommunikation durch eine kreative
Tätigkeit kompensiert?